Betrachtungsstandpunkt, Tokio Sheraton Mikayo Hotel Schwimmbad 2010:

Ich:

-in Badezeug neben dem Becken stehen
-in Badezeug im Schwimmbecken sein

Betrachter:

-guckt jdn im Badezeug an, der neben Schwimmbecken steht
-guckt jdn an, der im Badezeug im Schwimmbecken ist






2009 TATJANA DOLL


„Im Westen Nichts Neues“/ (Du hast den Farbfilm vergessen)


DRESDEN


Ursprünglich hatte Picasso die Absicht, für die Pariser Weltausstellung 1937, ein die Freiheit der Kunst verherrlichendes Bild zu malen, am Beispiel in der ein Maler sein Modell malt.
3 x Picassos Guernica wieder zu malen, ist meine Drei mal je persönlich kenntlich machende Nachmalung.
Der verliehene Titel für die Bilder berichtet in Reihenfolge, „RIP_Im Westen Nichts Neues“ (I, II, III), der auch der Ausstellungstitel ist.
1970 in Westfalen geboren, hatte ich bei Krieg in den 90ern in Düsseldorf studiert, und komme nach Dresden, berichtend: „Im Westen Nichts Neues.“
Der Titel von Remarque verschwand mit dem Buch, dann dem Film, jetzt dem Bild.
Ich garniere durch den Untertitel „Du hast den Farbfilm vergessen“, dass alles Blau und Weiß und Grün später nicht mehr wahr ist. (Refrain 1974, Nina Hagen).
In der Ausstellung zeige ich ein weiteres RIP,
das als Abkürzung für Raster Image Processor, als digitaler Vorgang steht,
in der Comicsprache auf dem gezeichneten Stein für „Rest In Peace“.
Baselitz „Die große Nacht im Eimer“ 1962 , nachdem der Maler selbst bereits ein eigenes Remix 2006 davon gemalt hatte- habe ich kennzeichnend nachgemalt.
Mein Titel „RIP_Die lange Nacht im Eimer/Remix“.
Ist auch diese Nacht im Eimer?
Die fünfte Malerei („PIKT_TOLLWUT“) benutzt die Auskoppelung eines Schildes vom Veterinärsamt, besagend, dass im markierten Gebiet solche Impfköder ausgelegt sind, die eine Schluckimpfung für (schlaue!) ªFüchse enthalten.

Die Übersteuerung, Titel, Subtitel, Bildtitel, Ausstellungsort, Bezug zum Original ist wie ewige Wiederholung beim Kaugummikauen. Wenn man ihn dann wieder ausgespuckt hat, und auf die Malerei sieht, sieht man ein grafisches, schon bekanntes System, das sich die 21qm große Fläche je organisiert, darauf legt sich eine zweite Ebene von Lackflächen, die sich darin verhalten.
Oft genug möchte ich den Blick in die Pfütze hinzuziehen, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat und nichts anderes tut, als ihr Dasein daraus zu bestreiten.




„Der Lügner Unter Betrügern“/ (West End Girls)


BERLIN


5 Malereien, die nach Magrittes Ölbild „ Bildinhalt“ von mir referentiell nachgemalt sind, in 10facher Vergrößerung des Originalbildes, das ich nur als Abbildung kenne.
„Bildinhalt“ entstammt der Serie Magrittes, genannt „Periode Vache“, die bewusst „schlecht“ gemalt sein wollte, um sich selbst im vorherigen gemalt sein zu reflektieren. Dies ist auch mir nicht gelungen!
Magritte hat sehr gezielt Stilzitate von z.B. Ensor und Matisse und aus dem Comic dafür verwendet.
Den Titel „RIP_OPHTALMODULEIA“ (I-V) notiere ich nachträglich eines von der FAZ vorgestellten Buchs von 1583 über Augenheilkunde, weil es 2009 in einen führenden Buchmarktwert von €13.000 fixiert wird.
Eine weitere Malerei ist ein Piktogramm, das auf eine vereiste Fläche durch Schnee/Weiß hinweist.
„PIKT_ALTHAUS“, der Titel, Piktogramm, Ereignis vom Piktogramm vom Piktogramm vom Piktogramm.
Die siebte Malerei zeigt eine weiße vorgrundierte, Schmutz oder sensitive Malerei zeigende Leinwand, mit den gemalten Lettern:
„I am in my studio
don`t wait „.
„Best Tatjana“ ist mit Titanweiß wieder fast überdeckt.
„Der Lügner unter Bürgern“ ist der von mir versehentlich falsch gelesene Titel, Betrüger statt Bürger. Bitte das Wort nicht für den Transport von Inhalten nehmen!), ein Roman A.P.Gütersloh.
Der Untertitel, `West End Girls` ist den Charts der 80er entnommen, Pet Shop Boys, als bloßer sich wiederholender Refrain, `How far have you been`.